Holokratie oder Hierarchie

Du häsch es Problem mit Hiarchiää!“
„Ja, ich weiss, ich bin für Holokratie.
„Hä? Was isch das?“
„Das isch wenns kei Scheffää me git, sondern jedä sälbär Vertantwortig übernimmt.“
„So än Seich,  Menschä bruchäd Scheffää susch schaffäts nöd richtig und alles bricht in Chaos us¨“

Letztens habe ich eine Radio-Sendung zum Thema Holokratie gehört, eine Organisationsform für innovative Firmen. Die Firma Freitag aus Zürich zum Beispiel arbeitet nach diesem System.

Es gibt keine klassischen Vorgesetzten mehr. Alle MitarbeiterInnen haben Rollen, in welchen sie die volle Verantwortung für ihre Arbeit übernehmen. Die verschiedenen Rollen werden in Kreisen (Teams) zusammengefasst, die sich regelmässig zusammen tun und Entscheidungen treffen. Die MitarbeiterInnen können mehrere Rollen gleichzeitig innehaben. Alle Rollen haben einen Namen.

Es klingt sehr kompliziert und es würde viel zu lange dauern alles genau zu erklären, deshalb ein Link zur: Radio-Sendung INPUT oder etwas trockener: Was ist Holokratie (Text)

Anscheinend haben viele Unternehmen Mühe mit diesem Modell, auch weil von Rollen gesprochen wird. Wir in der Sozialarbeit sind uns das schon gewohnt und reden ständig von den unterschiedlichen Rollen, die wir einnehmen müssen. Bis jetzt habe ich mich immer gegen diese Art des Denkens gewehrt, da eine Rolle einnehmen für mich sehr künstlich klingt und nicht sehr viel mit Echtheit zu tun hat.

Aber im Sinne der Holokratie bin ich wieder dafür 🙂

Im Stellennetz wünschte ich mir meine, sagen wir mal drei Rollen so:

Rolle 1: Die EsperLaborantin
Mutmacherin für Flüchtlinge, die nicht mehr an eine bezahlte Arbeit glauben
Rolle 2: Die Dekorantin
Tippgeberin für bunte Büroeinrichtung:
Rolle 3: Die Hakenfinderin
Bei allem Neuen zuerst mal nichts Gutes vermuten

 

Bild: Prisca Pedrun
Rolle: Kreativfotografin
Thema: Beratungseck in unserem 2-er Büro

 

Wenn ich jetzt gleich mal die Rolle Nr. 3 einnehme, kommt auch schon meine Hauptkritik an der Strukturform Holokratie: Es gibt extrem viele Regeln das wiederum mag ich gar nicht.

Fazit: Ich muss eine neue Unternehmensform kreieren, so im Stil eines Familienunternehmens mit dem Patron/der Patronin an der Spitze und die wäre dann ich.

Ich habe ja doch kein Problem mit Hierarchien 🙂



Autor
Claudia Heger, Beratung
claudia.heger(at)stellennetz-zh.ch